Veröffentlicht am 10. September 2026 · Lesezeit: 9 Min.
Nachsendeauftrag für 12 Monate: So kommen Sie über 6 Monate hinaus
Von Lena Hartwig · Fachredakteurin Umzug & Postdienste · Zuletzt geprüft: 10. September 2026
Die Deutsche Post bietet den Nachsendeauftrag seit Januar 2025 nur noch mit einer Laufzeit von sechs Monaten an. Wer seine Post länger umleiten lassen möchte, findet dort kein passendes Produkt mehr. Zwölf oder vierundzwanzig Monate sind trotzdem möglich, aber nur über mehrere aufeinanderfolgende Aufträge.
Dieser Ratgeber zeigt die drei Wege dorthin, was jeder davon kostet und welche Fristen dabei gelten. Vorab die wichtigste Einordnung: Wer die Anschlussaufträge selbst bestellt, zahlt deutlich weniger als bei jedem Dienstleister, uns eingeschlossen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwölf Monate am Stück gibt es bei der Post nicht. Seit Januar 2025 ist die Laufzeit auf sechs Monate begrenzt, die früheren 12-Monats-Tarife wurden gestrichen.
- Verlängern im Wortsinn ist nicht vorgesehen. Ein laufender Auftrag lässt sich nicht strecken. Es braucht einen kompletten Neuauftrag mit Anschlussdatum, der erneut bezahlt wird.
- Am günstigsten fahren Sie, wenn Sie die Anschlussaufträge selbst bestellen. Zwölf Monate kosten so 63,80 € online, vierundzwanzig Monate 127,60 €.
- Unser Service kostet 239,90 € für zwölf Monate. Der Aufschlag bezahlt die Fristenüberwachung und die Abwicklung, nicht einen günstigeren Tarif bei der Post.
- Planen Sie zwei bis drei Wochen Vorlauf ein, mindestens aber fünf Werktage. Rückwirkend lässt sich Post nicht nachsenden.
Inhaltsverzeichnis
Warum es 12 Monate bei der Post nicht mehr gibt
Bis Ende 2024 ließ sich der Nachsendeauftrag der Deutschen Post wahlweise für sechs oder für zwölf Monate buchen. Seit Januar 2025 gibt es nur noch eine einzige Laufzeit: sechs Monate. Die 12-Monats-Tarife wurden gestrichen, eine 24-Monats-Variante hat die Post nie angeboten.
Für einen Umzug entsteht dadurch eine Lücke. Sechs Monate reichen oft nicht aus, bis wirklich jeder Absender die neue Adresse übernommen hat. Versicherungen, Finanzamt, Banken, Vereine und Online-Shops aktualisieren Adressen unterschiedlich schnell, und manche Sendungen kommen nur einmal im Jahr: Steuerbescheid, Jahresabrechnung, Beitragsanpassung.
Diese Preise verlangt die Deutsche Post 2026 für einen Auftrag über sechs Monate:
| Auftragsart | Online | In der Filiale |
|---|---|---|
| Privat, 6 Monate | 31,90 € | 34,90 € |
| Geschäftlich, 6 Monate | 51,90 € | 54,90 € |
Die Suche nach einem Nachsendeauftrag für zwölf Monate führt deshalb ins Leere, solange man ein einzelnes Produkt erwartet. Was weiterhin funktioniert, ist das lückenlose Aneinanderhängen mehrerer Aufträge. Eine vollständige Übersicht aller Preise steht im Ratgeber Nachsendeauftrag Kosten 2026.
Verlängern geht nicht, es braucht einen Anschlussauftrag
Ein laufender Nachsendeauftrag lässt sich bei der Deutschen Post nicht verlängern. Es gibt dafür weder eine Option im Kundenkonto noch ein Formular in der Filiale. Was in der Praxis gemeint ist, wenn von Verlängerung die Rede ist, ist ein kompletter Neuauftrag: neue Bestellung, neue Prüfung, neue Gebühr.
Entscheidend ist das Startdatum. Der zweite Auftrag muss als Beginn genau den Tag tragen, an dem der erste endet. Dieses Anschlussdatum ist der einzige Punkt, an dem sich eine durchgehende Nachsendung von einer mit Lücke unterscheidet.
Was das praktisch bedeutet
- Der neue Auftrag wird voll bezahlt. Einen Rabatt für Folgeaufträge gibt es nicht.
- Alle Daten müssen erneut eingegeben werden: alte und neue Adresse sowie jeder Name, der nachgesendet werden soll.
- Sie brauchen das exakte Enddatum des laufenden Auftrags. Es steht in der Auftragsbestätigung der Post.
- Wird der Anschluss zu spät gestellt, entsteht eine Lücke, die sich nachträglich nicht mehr schließen lässt.
Wie ein einzelner Anschlussauftrag Schritt für Schritt abläuft, steht ausführlich im Ratgeber Nachsendeauftrag verlängern.
Drei Wege zu mehr als 6 Monaten
Es gibt drei Wege zu einer Nachsendung über sechs Monate hinaus. Im Ergebnis unterscheiden sie sich nicht: Nachgesendet wird in allen drei Fällen von der Deutschen Post, mit denselben Regeln und denselben Ausnahmen. Der Unterschied liegt darin, wer die Termine im Blick behält und was das kostet.
Weg 1: Die Anschlussaufträge selbst bestellen
Sie bestellen den ersten Auftrag über sechs Monate und rechtzeitig davor den nächsten mit dem passenden Anschlussdatum. Für zwölf Monate sind das zwei Aufträge, für vierundzwanzig Monate vier.
Das ist der günstigste Weg. Sie zahlen ausschließlich die Gebühren der Deutschen Post: 63,80 € für zwölf Monate online, 127,60 € für vierundzwanzig Monate. Der Aufwand liegt bei rund zehn Minuten je Auftrag, dazu kommt die Aufgabe, den Termin nicht zu vergessen.
Weg 2: Sich selbst eine Erinnerung setzen
Weg 2 ist die Absicherung von Weg 1 und kostet nichts. Tragen Sie den Termin für den Anschlussauftrag direkt bei der Bestellung in den Kalender ein, und zwar nicht das Enddatum selbst, sondern drei Wochen davor.
- Kalendereintrag mit Erinnerung, drei Wochen vor dem Enddatum des laufenden Auftrags.
- Auftragsbestätigung der Post aufbewahren, denn dort stehen Auftragsnummer und Enddatum.
- Bei mehreren Personen im Haushalt eine Person festlegen, die sich darum kümmert.
- Bei einer geplanten Gesamtlaufzeit von vierundzwanzig Monaten alle drei Termine auf einmal eintragen.
Wer diese zwei Minuten investiert, braucht Weg 3 in der Regel nicht.
Weg 3: Uns mit den Anschlussaufträgen beauftragen
Sie geben Ihre Daten einmal ein und wählen die gewünschte Gesamtlaufzeit von sechs, zwölf oder vierundzwanzig Monaten. Wir stellen den ersten Auftrag bei der Deutschen Post und die Anschlussaufträge fristgerecht nach. Die Gebühren der Post sind in unserem Preis enthalten, eine zweite Rechnung kommt nicht.
Dafür zahlen Sie mehr als die reine Postgebühr: 239,90 € statt 63,80 € für zwölf Monate. Die Differenz von 176,10 € ist der Preis für die Fristenüberwachung und die Abwicklung, nicht für einen günstigeren Tarif bei der Post. Wer den Termin selbst im Blick behalten kann und will, fährt mit Weg 1 günstiger.
Wir sind ein unabhängiger Dienstleister und stehen in keiner Verbindung zur Deutschen Post AG.
Kostenvergleich: 6, 12 und 24 Monate
Die folgende Tabelle stellt beide Seiten nebeneinander: was die Deutsche Post für die nötige Zahl an Aufträgen verlangt, was unser Service kostet und wie hoch die Differenz ist.
| Gesamtlaufzeit | Aufträge | Deutsche Post (privat, online) | nachsendeauftrag.help | Differenz |
|---|---|---|---|---|
| 6 Monate | 1 | 31,90 € | 129,90 € | + 98,00 € |
| 12 Monate | 2 | 63,80 € | 239,90 € | + 176,10 € |
| 24 Monate | 4 | 127,60 € | 449,90 € | + 322,30 € |
In der Postfiliale liegen die Beträge etwas höher, weil dort 34,90 € statt 31,90 € je Auftrag berechnet werden: 69,80 € für zwölf Monate und 139,60 € für vierundzwanzig Monate. Für Geschäftskunden gelten 51,90 € online und 54,90 € in der Filiale je Sechs-Monats-Auftrag, also 103,80 € für zwölf Monate online.
Auf den Monat gerechnet kostet die Nachsendung bei der Post rund 5,32 €. Bei uns sind es 21,65 € im Monat bei sechs Monaten, rund 19,99 € bei zwölf und rund 18,75 € bei vierundzwanzig Monaten.
Was das für Sie heißt: Solange Sie die Termine selbst im Blick behalten können, ist der direkte Weg über die Deutsche Post die günstigere Wahl. Unser Service lohnt sich nur dann, wenn Ihnen die Fristenüberwachung den Aufpreis wert ist.
Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor Anbietern, die diesen Aufschlag verschleiern oder den Eindruck erwecken, sie seien die Deutsche Post selbst. Woran sich seriöse Angebote erkennen lassen, steht im Ratgeber zu teuren Drittanbietern.
Fristen und Vorlauf für den Anschlussauftrag
Für jeden einzelnen Auftrag gelten dieselben Fristen, für den ersten genauso wie für jeden Anschlussauftrag:
- Mindestens fünf Werktage Vorlauf. Früher lässt sich ein Auftrag nicht aktivieren.
- Zwei bis drei Wochen sind empfehlenswert. Damit bleibt Puffer für Rückfragen, für eine fehlgeschlagene Zahlung oder für einen Tippfehler in der Adresse.
- Rückwirkend geht nicht. Ein Auftrag wirkt immer erst ab seinem Startdatum. Post, die vorher zugestellt wurde, bleibt an der alten Adresse.
Für den Anschlussauftrag heißt das: Erinnerung auf drei Wochen vor dem Enddatum setzen, dann bestellen, als Startdatum den Tag nach dem Ende des laufenden Auftrags eintragen. Details zu den Bearbeitungszeiten stehen im Ratgeber Nachsendeauftrag Dauer.
Was bei einer Lücke passiert
Endet der erste Auftrag am 30. Juni und beginnt der zweite erst am 10. Juli, wird die Post in diesen zehn Tagen wieder an die alte Adresse zugestellt. Diese Sendungen lassen sich später nicht nachholen, denn der neue Auftrag greift ausschließlich für Sendungen ab seinem Startdatum.
Ob die alte Anschrift in dieser Zeit noch erreichbar ist, hängt vom Einzelfall ab. Bei einer weitervermieteten Wohnung ist sie es meist nicht mehr, und die Post geht mit dem Vermerk der Unzustellbarkeit an den Absender zurück.
Für wen sich welcher Weg eignet
Beide Wege führen zum selben Ergebnis. Die Entscheidung ist eine zwischen Preis und Aufwand:
Selbst bestellen, wenn
- Sie die Kosten niedrig halten wollen
- Sie einen Termin zuverlässig im Kalender führen
- Ihre neue Adresse feststeht und sich nicht noch einmal ändert
- Sie ohnehin ein Konto bei der Deutschen Post haben
Beauftragen, wenn
- Sie über zwölf oder vierundzwanzig Monate an keinen Termin denken wollen
- mehrere Personen betroffen sind und sich niemand zuständig fühlt
- Sie längere Zeit im Ausland oder beruflich unterwegs sind
- Ihnen eine feste Ansprechstelle bei Rückfragen wichtig ist
Für einen befristeten Aufenthalt von wenigen Monaten, etwa ein Praktikum oder eine Zwischenmiete, reicht dagegen ein einzelner Auftrag über sechs Monate. Wer nur zeitweise abwesend ist und die Post nicht umleiten, sondern sammeln lassen will, findet in der Postlagerung die passendere Lösung.
Fazit
Zwölf oder vierundzwanzig Monate Nachsendung sind 2026 weiterhin möglich, nur nicht mehr als einzelnes Produkt der Deutschen Post. Was bleibt, ist die Kette aus mehreren Sechs-Monats-Aufträgen mit passendem Anschlussdatum.
Wer diese Kette selbst bestellt, zahlt am wenigsten: 63,80 € für zwölf Monate, 127,60 € für vierundzwanzig. Nötig sind dafür ein Kalendereintrag drei Wochen vor jedem Enddatum und jeweils rund zehn Minuten für die Bestellung.
Wer diese Aufgabe abgeben möchte, kann uns beauftragen, zu 239,90 € für zwölf und 449,90 € für vierundzwanzig Monate. Der Unterschied zum Direktweg ist die Fristenüberwachung, nicht der Preis der Post.
Nachsendung mit Fristenüberwachung beauftragen
Sie geben Ihre Daten einmal ein, wir stellen den Auftrag bei der Deutschen Post und übernehmen die Anschlussaufträge fristgerecht. Die Gebühren der Post sind enthalten.
Laufzeit wählen und beauftragen →129,90 € für 6 Monate · 239,90 € für 12 Monate · 449,90 € für 24 Monate. Wer die Anschlussaufträge selbst stellt, zahlt weniger.
Lieber selbst stellen? Anleitung: die drei Wege zum Nachsendeauftrag
Häufige Fragen zur Laufzeit
Kann ich meinen Nachsendeauftrag verlängern?
Nicht im Wortsinn. Ein laufender Auftrag der Deutschen Post lässt sich nicht strecken. Für eine längere Nachsendung brauchen Sie einen kompletten Neuauftrag, dessen Startdatum genau auf den Tag nach dem Ende des laufenden Auftrags fällt. Dieser Anschlussauftrag wird erneut voll bezahlt.
Was kostet ein Nachsendeauftrag für 12 Monate?
Bei der Deutschen Post sind es zwei Aufträge über je sechs Monate: 63,80 € bei Online-Bestellung (2 × 31,90 €) oder 69,80 € in der Filiale (2 × 34,90 €). Für Geschäftskunden sind es 103,80 € online. Über unseren Service kosten zwölf Monate 239,90 € inklusive aller Postgebühren und der Fristenüberwachung.
Wie lange dauert die Aktivierung?
Die Deutsche Post benötigt mindestens fünf Werktage zwischen Bestellung und Beginn der Nachsendung. Empfohlen sind zwei bis drei Wochen Vorlauf, damit Puffer für Rückfragen oder eine fehlgeschlagene Zahlung bleibt. Für einen Anschlussauftrag gilt dieselbe Frist wie für den ersten Auftrag.
Kann ich rückwirkend nachsenden lassen?
Nein. Ein Nachsendeauftrag wirkt immer erst ab seinem Startdatum. Sendungen, die vorher zugestellt wurden, bleiben an der alten Adresse und lassen sich nicht nachträglich umleiten. Deshalb sollte der Auftrag rechtzeitig vor dem Umzug gestellt werden.
Was passiert, wenn ich den Anschluss verpasse?
Dann entsteht eine Lücke. In der Zeit zwischen dem Ende des alten und dem Beginn des neuen Auftrags wird wieder an die alte Adresse zugestellt. Diese Sendungen lassen sich später nicht nachholen. Ist die alte Anschrift nicht mehr erreichbar, geht die Post als unzustellbar an den Absender zurück. Der neue Auftrag greift erst ab seinem Startdatum, also frühestens fünf Werktage nach der Bestellung.
Gilt das auch für Pakete?
Nein. Der Nachsendeauftrag der Deutschen Post umfasst Briefsendungen. DHL-Pakete sind nicht enthalten, ebenso wenig Sendungen von Hermes, DPD, GLS oder UPS. Für Pakete müssen Sie die Adresse beim jeweiligen Dienst und in den Online-Shops selbst ändern. Details stehen im Ratgeber zu DHL-Paketen und Nachsendeauftrag.
Gilt die Begrenzung auf 6 Monate auch für Geschäftskunden?
Ja. Die Laufzeit von sechs Monaten gilt für private wie für geschäftliche Aufträge. Der Unterschied liegt nur im Preis: 51,90 € online und 54,90 € in der Filiale je Auftrag. Auch Unternehmen brauchen für längere Zeiträume mehrere aufeinanderfolgende Aufträge. Mehr dazu im Ratgeber Nachsendeauftrag für Firmen.
Weiterlesen
- Nachsendeauftrag verlängern: Schritt für Schritt
- Nachsendeauftrag Kosten 2026: Preise im Vergleich
- Nachsendeauftrag Dauer: Wie lange bis zur Aktivierung?
- Nachsendeauftrag: Warnung vor teuren Drittanbietern
- DHL Nachsendeauftrag: Werden Pakete weitergeleitet?
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